1330 bis 1666
Von den Stadtrechten bis nach dem 30jährigen Krieg
 


Das genaue Gründungsjahr der Cronberger Schützengesellschaft kennen wir nicht.

Wir gehen aber davon aus, dass mit der Verleihung der Stadtrechte durch Kaiser Ludwig dem Bayer am 25.04.1330 und der damit verbundenen Errichtung von Mauern und Türme sicher auch armbrustbewährte Verteidiger ihren Platz auf diesen fanden, die sich wiederum in Schützengilden zusammenschlossen.

Wir gehen auch davon aus, dass bei der Schlacht bei Eschborn am 12.05.1389 bestimmt auch Kronberger Armbrustschützen beteiligt waren.

Die erste urkundliche Erwähnung unseres Vereins findet sich in Form eines Ladebriefes mit dem am 06.09.1398 die "Schießgesellen zu Cronenberg" ihre "guten Frunde" die "Schießgesellen zue Franckenfurd" zu einem Preisschießen mit der Armbrust einladen.
Dieser Ladebrief gilt als der älteste überlieferte deutsche Schützenladebrief. Das Original ist leider im Stadtarchiv von Frankfurt im 2.Weltkrieg verbrannt.

1499 wird zu Kronberg ein Gesellenschiessen abgehalten, bei dem neben der Armbrust auch schon die Büchse in Erscheinung tritt. Man unterscheidet nun Armbrust- und Büchsen- oder "Krautschützen" (Kraut = Pulver). Das Festzelt leihen die Frankfurter aus.

 

1505 datiert die älteste Kronberger Büchsenschützenordnung.

 

Um Schäden durch leichtfertigen Umgang mit dem Schießzeug zu vermeiden, waren zu jeder Zeit straffe Richtlinien beim Schießbetrieb unabdingbar. Nach der Kronberger Büchsenschützenordnung waren die Schützen in drei Rotten eingeteilt und hatten unter ihren Rottenmeistern jeden dritten Sonntag zu üben. Jeder musste nach seiner Ordnung zwei Schüsse abgeben und durfte das nicht ohne Wissen des Rottenmeisters tun. Geübt wurde nach der Mittagspredigt um zwei Uhr. Wer bei der namentlichen Verlesung unentschuldigt oder ohne zwingenden Grund fehlte, bekam eine Strafe zudiktiert. Der Schützenknecht musste rechtzeitig alles Erforderliche bereithalten, Pflöcke einschlagen und den Platz mit einem Seil absperren. Der Einsatz für jeden Schützen betrug acht, mindestens aber vier Pfennige. Es durfte nicht mehr als mit einem Lot Pulver geschossen werden. Nur mit Erlaubnis durfte eine Büchse von zwei Personen benutzt werden. Jeder Schütze sollte mit brennender Lunte, Gabel und Muskete in den Stand treten. Der letzte Satz weist darauf hin, dass zu dieser Zeit Luntenschlossmusketen verwendet wurden.

Zur Förderung eines kameradschaftlichen Verhältnisses ermahnte die Ordnung die Schützen, sich nicht gegenseitig zu belügen oder zu verspotten. Zum Zechen nach dem Schießen sollte keiner genötigt werden.
Da aber doch gerne gebechert wurde, war der Schießordnung noch eine Zechordnung angefügt worden.

Zu dieser Zeit wurde auch das heute noch von uns durchgeführte Barchentschießen zum ersten mal erwähnt, wobei um einen Ballen Hosenstoff geschossen wurde.
In späterer Zeit gab es entsprechende Barbeträge als Gewinne die die Stadt überlieferungsgemäß an die Schützen dafür zu zahlen hatte.

1912 wurden die Barbeträge durch die Stiftung eines Prägestockes für eine Barchentmedallie abgelöst.

Zwischen 1506 und 1615 sind in unseren Chroniken verschiedene Preisschießen und Schützenfeste erwähnt, an denen Kronberger Schützen teilnehmen oder zu denen die Kronberger einluden.

Als letztes überliefertes Schießen aus dieser Epoche hält die Cronberger Schützengesellschaft sechzehn Jahre nach der Beendigung des, auch für das "Städtlein" so unheilschweren dreißigjährigen Krieges (1618-1648), 1664 ein "freies Gesellenschießen" ab.

 


1704-1792
Unter dem Kurfürstentum Mainz bis zum Beginn der Koalitionskriege



Nach dem Tode des letzten aus dem Kronberger Rittergeschlecht, des Reichsfreiherrn Johann Niclas von und zu Cronberg, fällt 1704 die Herrschaft Kronberg, mit der Stadt und den Dörfern Niederhöchstadt und Eschborn, als erledigtes Reichslehen an das Kurfürstentum Mainz.

In den Aufzeichnungen unter der neuen Herrschaft finden wir die ersten Hinweise auf den Standort des damaligen Schießgeländes mit Schützenhaus.

1712 beantragen die Kronberger Schützen bei den Kurmainzer Regierung eine Instandsetzung ihres Schützenhauses, das Mauergemeinschaft mit dem alten Rathaus und der Stadtwaage (Im Bereich der heutigen Streitkirche) hatte und der Ausbesserung dringend bedurfte.

1720 ist das Kronberger Schützenhaus immer noch "zerfallen und ruinös". Kurmainz hat nichts gegen einen Neubau einzuwenden, wenn die Stadtgemeinde die Hälfte der Kosten trägt. Der Mainzer Amtmann verweist auf die Schulden der Stadt. So erbaut man zunächst 1726 ein neues Rathaus.

1737 mit dem Bau der Streitkirche wird bereits im Hain, östlich der Burg, geschossen. Das dortige
Schützenhaus dürfte nicht so massiv gebaut sein, denn bereits 1741 geht ein Gesuch nach Mainz zum Bau eines neuen Schützenhauses "nahe der Frankfurter Pforten rechter Hand und an der Stadtmauer" weil das alte zu baufällig und abgelegen ist.


1750 stürzt das alte Schützenhaus im Hain dann endgültig ein.

Zwei Jahre später gestattet endlich die Kurmainzer Regierung den Bau eines neuen Schützenhauses und erklärt sich bereit, die Hälfte der Kosten zu übernehmen. Die Schützen legen selbst Hand mit an.

Der Standort ist vermutlich an der Stadtmauer unten am Frankfurter Tor in der Schützenhofgegend, der seinen Namen davon hat.

1768 erlässt Kurmainz eine neue Schützenordnung für Kronberg. In siebzehn Punkten wird genau festgelegt, was zu tun und zu unterlassen ist.

Bei der Reglementierung von Schießveranstaltungen finden sich in Ladebriefen auch Kuriositäten.
So weist der Satz:
"Können diejenigen, so blöden Gesichtes sich eines Glasses bedienen, welches von den Platzmeistern und Siebenern kann besehen werden, das nicht beyzieht",
darauf hin, dass kurzsichtige Schützen mit Brille sich vom Aufsichtspersonal eine Prüfung gefallen lassen müssen, ob sie nicht stark vergrößert, also das Ziel herbeizieht.

Während der Koalitionskriege besetzen am 20. Oktober 1792 die revolutionären französischen Heere unter Custine Mainz.


In den folgenden Jahren wird auch Kronberg durch Einquartierungen und Durchmärsche schwer heimgesucht, und niemand wagt, an neue Schützenfeste zu denken.

1803-1848
Unter nassauischer Herrschaft bis zum Revolutionsjahr


1803 kommt Kronberg mit der Auflösung des Kurfürstentums Mainz unter Nassauische Herrschaft. Wie wir aus den damaligen Aufzeichnungen entnehmen können war diese Regierung dem Althergebrachten nicht gut gesonnen.
1804 wird ein kleines "Geld- und Ritterschiessen" nur unter der Bedingung genehmigt, dass innerhalb der nächsten vier Jahre kein weiteres Schießen stattfindet.

Am 22.09. des selben Jahres wird in einem von der Regierung angeforderten Bericht darauf hingewiesen, dass für zwei Schützenkompanien zwar keine besondere Verordnungen und Bestätigungsbriefe vorlagen, deren Existenz aber auf einem uralten Herkommen basieren würde.
Die Stärke der Kompanien wurde mit 24 Mann Gezogenen und 30 Mann Glatten, ohne Uniform und Offiziere, angegeben.

Am 30.06.1812 verbietet die Regierung nach 60 Jahren das Scheibenschießen an der Stadtmauer mit der Begründung, man würde an einem "allen vorübergehenden gefährlichen Orte" schießen und "die Passage dadurch verhindern".

Ein Jahr später am 20.07.1813 wird ein Gesuch, das Scheibenschießen in den Seegärten (Gelände des jetzigen Bahnhofes) zu gestatten, abgelehnt.

Danach beschließt am 28.10.1813 die nassauische Regierung die Schützengesellschaft aufzulösen und das Schützenhaus versteigern zu lassen. Mit gleichem Schreiben wird auch verfügt, dass die Mauern, Türme und Stadttore Kronbergs abzubrechen sind.

Mit der Rückkehr Napoleons aus Elba und dem dadurch in den Krieg ziehenden Linienmilitär, besinnt man sich wieder der Schützen, die in einem von Nassau berufenen Landsturm eine 80 Mann starke, uniformierte und bewaffnete Kompanie des Landsturmbataillons Oberursel bilden.

1824 erlässt Nassau für Kronberg eine neue Schützenordnung. Oberförster Christian Gerstner wird als Oberleutnant der Schützenkompanie auf Lebenszeit in seinem Amt bestätigt. Nach dessen Tod 1851 ernannte man keinen Nachfolger mehr.

1842-1843 wird zeitweise im Hain und auf der Bleiche geschossen. Man schoss über die jetzige Schillerstraße bis zum Damm, auf dem 1874 das alte Stationshaus der Eisenbahn stand.

Was 1848 in Frankreich stürmisch beginnt, die Suche nach Freiheit durch Kampf der Massen, schlägt auch in die deutschen Fürstentümer und Kleinstaaten ein. In Deutschland entstehen Zentren des Aufstandes. Kronberg ist keines dieser Zentren aber Frankfurt und Mainz sind nicht weit. Hier wie in Berlin im März 1848 waren Barrikadenkämpfe gegen das Militär, gegen die Gesetze und somit gegen die Obrigkeit gerichtet. Abgaben, Fronden, Zehnten, Feudallasten, Steuern und Zölle lasten schwer auf der Arbeiterschaft und dem Landvolk. Der Ruf nach Freiheit, Brüderlichkeit und Einigkeit galt der Gerechtigkeit sowohl dem Versammlungs- und Presserecht.

Am 4. März 1848 erfolgt ein Aufruf zur Volksbewaffnung. Aus Angst eines Gegners von außen, den keiner kannte, denn er kam eigentlich von innen.
Die Schützengesellschaft bildet in der rund 200 Mann starken Bürgerwehr einen eigenständigen Teil. Von März bis Mai unterhält Kronberg am Frankfurter Tor sogar eine ständige Wachstube. Der radikaldemokratische Paulskirchen-Abgeordnete Robert Blum hält im Frühjahr 1848 in Kronberg auf Einladung Wilhelm Neubronners eine Freiheitsrede von einer eigens errichteten Tribüne auf den Kastanienstücken (Gelände zwischen heutiger Königsteiner-, Jamin- und Merianstraße).

Ein Aufruf an die Hessen-Nassauer ist in unserem über zwei Jahrhunderte gehendem dicken Protokollbuch schriftlich festgehalten. Es ist bezeichnend, dass just an diesen Seiten Blutflecken haften geblieben sind.

In den bereits genannten Kastanienstücken in Kronberg findet am 23.Juli 1848 die Fahnenweihe der Bürgerwehr mit Schießwettbewerb und anschließendem Fest statt. Vermutlich beteiligen sich auch Kronberger im September 1848 an den Barrikadenkämpfen in Frankfurt.
Wegen dieser regierungsfeindlichen Aktivitäten muss die Bürgerwehr wohl im Spätsommer oder Herbst 1848 wie andere Wehren ebenfalls entwaffnet worden sein.

Die schwarz-rot-goldene Fahne blieb Eigentum der Schützen.

1861-1898
Von der Gründung des Deutschen Schützenbundes bis zum 500jährigen Jubiläum des Vereins



Ein besonderer Markstein in der Geschichte des deutschen Schützenwesens war die Gründung des Deutschen Schützenbundes 1861. Schon lange bevor die politische Einigung Deutschlands Tatsache wurde, haben verschiedene Gemeinschaften ihren gesamtdeutschen Zusammenschluss gesucht wie z.B. die Burschenschaften, der Sängerbund und der Turnerbund. Vom 08. bis 11.07.1861 wurde in Gotha ein Deutsches Schützenfest abgehalten, in dessen Verlauf der Deutsche Schützenbund entstand.

Schon im Juli des nächsten Jahres traf man sich in Frankfurt am Main zum ersten Deutschen Bundesschießen, an dem auch die inzwischen dem Deutschen Schützenbund beigetretene Cronberger Schützengesellschaft teilnahm.

Im "deutschen Bruderkrieg" schlägt sich 1866 der Herzog von Nassau gegen den Willen seines Volkes auf die Seite Österreichs und verliert sein Land an Preußen. Kronberg kommt zur neu gebildeten Provinz Hessen-Nassau.

Ohne Reglement-Korsett kann sich die Schützengesellschaft frei entwickeln.
In dieser Epoche hatten die geselligen Veranstaltungen der Schützen bei der Bürgerschaft großen Erfolg.
Vor allem die Schützenmaskenbälle, die sich auch später noch einer besonderen Beliebtheit erfreuten. Zu erwähnen wäre hier der am 26.02.1905 veranstaltete Maskenball, bei dem die Wände der Schützenhofsaal von Künstlerhänden in "alt Kronberg" verwandelt wurden.

Als Kaiserin Friedrich Kronberg zu ihrem Witwensitz erkor und Schloss Friedrichshof von 1888 bis 1893 erbaute, begann die Glanzzeit der Schützengesellschaft. Die große Wohltäterin unserer Stadt hatte ein Herz für Geschichte und Tradition und förderte die Belange der Schützen

Zum bevorstehenden Jubiläum wurde 1898 der ganze Schießplatz, der sich auf dem seit 1862 pachtweise von der Stadt übernommene Kastanienstück im Kellergrund befand, einer gründlichen Renovierung unterzogen, die große Festhalle von einem Architekten geplant und in Holzkonstruktion seiner Zeit erbaut.

Vom 30.Juli bis 7.August fand das 500jährige Jubiläum an neun sonnigen, ereignisreichen Kronberger Tagen statt.

Ein unbestrittener Höhepunkt in unserer langen Geschichte. Gemessen am Aufwand kann man es wohl als bisher größtes Fest Kronbergs bezeichnen.

Auf dem Festplatz befanden sich eine Poststation mit Telegraf und Telefon und eine Sanitätsstation; außerdem Karussell und Verkaufsbuden. Zum achttägigen Jubiläumsschießen standen viele wertvolle Preise zur Verfügung. Insgesamt wurden rund 25.000 Schuss abgegeben.


Einmalig bis heute blieb der Historische Festzug, dem die einheimischen Maler mit ihren Entwürfen die stilechte Note gaben.

 

Neben weiteren Umzügen von Kapellen kam auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Mit Konzerten, Musik und Tanz wurde ab 13:oo Uhr auch an den Werktagen gefeiert.

Erhalten geblieben ist uns das Königsschießen, welches seinen Ursprung in der 500Jahrfeier hat und das zum ersten Mal am 20. August 1898 ausgeschossen wurde. Der zum Jubiläum von Kaiser Wilhelm II gestiftete Königsadler als Halsbandorden wird seit dieser Zeit als Wanderpreis dem jeweiligen König überreicht.

 

Ebenfalls zum Jubiläum stiftete Großherzog Adolph von Hessen Nassau und Luxemburg einen wertvollen silbernen Traubenpokal, welcher jedoch in den Inflationsjahren 1922/1923 Opfer eines Einbruchs wurde. Das Herzog- Adolph-Schießen wird bis heute in Verbindung mit dem Königsschießen ausgeschossen und als wichtiger Medaillenpreis abgegeben.

1909-1973
Vom neuen Schützenhaus bis zum 575jährigen Jubiläum



Nach dem Verkauf der "Kastanienstücke" durch die Stadt Kronberg für den Bau der Villa Mumm findet am 17.10.1909 das letzte Schießen auf diesem den Kronberger Schützen lieb gewordenen Platz statt.

Nach langem Suchen und abwägen erwirbt die Cronberger Schützengesellschaft im Dezember 1911 ein neues Gelände in der historisch bedeutsamen Lindenstruth, wo sich noch im 18. jahrhundert ein "herrschaftlicher Wald" unter einem besonderen Verwaltung befand.1913 erfolgt die Einweihung der Anlage.

Der erste Weltkrieg bringt von 1914 bis 1918 keine Unterbrechung des Schießbetriebes, obwohl zahlreiche Mitglieder einrücken müssen.

Am 13.12.1918 besetzen die Franzosen Kronberg. Alle Schusswaffen müssen abgeliefert werden. Die französischen Truppen benutzen die Schießstände und richten schwere Schäden an.
Im "Frankfurter Hof" wird zeitweise mit erlaubten Zimmerstutzen geschossen. Der Schießplatz wird verpachtet und landwirtschaftlich genutzt.
Die Schützen können zum Schießen nach Oberursel ausweichen, das nicht auf besetztem Gebiet lag.

1918 mit Ausrufung der Republik hatte die alte schwarz-rot-goldene Schützenfahne plötzlich wieder Aktualität.
Die herrenlose Schützenfahne sollte den Ratssaal schmücken. Durch den persönlichen Einsatz von Ewald Bettenbühl blieb sie den Schützen erhalten.

Nachdem 1923 auf das 525jährige Jubiläum verzichtet wurde findet ein feierliches 530. Jahresfest auf den inzwischen wiederhergestellten Schießanlagen in der Lindenstruth statt.

Der Ausbruch des 2.Weltkrieges brachte 1948 den Schießbetrieb zum erliegen und verhindert das 550jährige Jubiläum.

1954 sind die Schießstände in der Lindenstruth wieder errichtet und der Schießbetrieb wieder aufgenommen.

Zur Mitgliederwerbung nimmt 1955 Emil Söhngen ein vom 05.07.1729 überliefertes Haupt und Ritterschießen in der Kirchweihwoche zum Anlass um ein Kerbeschießen zu veranstalten. Die Idee kommt sehr gut an und wird mit Unterstützung von vielen Kronberger Firmen bis zum Abriss des Saalanbaues des Frankfurter Hofes Mitte der siebziger Jahre durchgeführt.

Durch die Weltmeisterschaften im Sportschießen die 1967 in Wiesbaden ausgetragen wurden und die Vermittlung unseres Niederländischen Schützenbruders Cherry Waalewyn kam es 1967 zu Kontakten mit dem Niederländischer Schützenvereinigung von Nieuwleusen die noch heute aufrechterhalten werden.

Da nach den Bestimmungen des 1950 gegründeten deutschen Sportbundes, dem die Cronberger Schützengesellschaft beitritt, die beiden Gechlechter gleichberechtigt sind, wird erstmals 1966 mit Birgitt Stupp eine Dame als Mitglied aufgenommen.

Neben dem Gewehrschießen erfreut sich das Kurzwaffenschießen immer größerer Beliebtheit. Um auch diese Disziplin anbieten zu können wird 1972 der in Eigenleistung errichtete Pistolenstand eröffnet.

Vom 11. August bis 10. September 1973, zur Feier des 575-jährigen Bestehens der Cronberger Schützengesellschaft, wird, wie schon historisch ein Muss, zum Jubiläums-, Pokal-, und Preisschießen eingeladen.
Ein Ford Eskort als 1. Preis im Wert von 7.000 DM und als 2. Preis eine Braun Hifi-Stereoanlage im Wert von 5.000 DM werden ausgeschossen.

Vom Verein für Geschichte und Heimatkunde wird deren erste zusammengetragene historische Ausstellung im Rathaussaal gezeigt. Neben den Jubiläumsfeierlichkeiten im großen Bürgerzelt auf dem Berliner Platz findet ein Umzug und sogar Theateraufführungen statt.
Die Übergabe des von den Schützen errichteten neuen Brunnens auf der Schirn an die Stadt Kronberg ist der sonnig strahlende Höhepunkt. Honoratioren weihen das Denkmal mit der vom Künstler Fritz Best geschaffenen Figur einer Frau mit Gaas ( Ziege ) als Sinnbild für den "Feierabend" ein.
Bronzene Erinnerungstafeln bezeugen die Patenschaft der Schützen.

1977-2003
Vom Deutschen Meistertitel bis zur Sanierung des Schützenhauses



Die Emanzipation der Frauen führt neben zunehmender Mitgliederzahl zum sportlichen Überflug über die Leistungen der Männer. Doris Scheld, Sophie Keidel und Eleonore Wagner erringen 1977 die deutsche Meisterschaft in der Sport- als auch der Luftpistole. Sie beweisen ihre Qualitäten und wiederholen diesen Titel in den Folgejahren.


Birgit Stupp, als erstes weibliches Mitglied aufgenommen, wird 1982 die erste Schützenkönigin und erhält den Königsadler.

 


Nach erneutem Um- und Ausbau in der Oberen Lindenstruth kann 1986 feierlich die Standeinweihung der Halle für Luftdruckwaffen begangen werden. Befreundete Vereine wurden hierzu mit einem Ladebrief eingeladen.

Ehrung des deutschen Bundespräsidenten in Form der deutschen Sportplakette, welche nur an wenige, besonders ältere Sportvereine vergeben wird.

Kontinuierlich wird künftig die Förderung der Versehrtensportgruppe betrieben, welche auch den Ausbau der baulichen Anlagen umfasst. In der Behindertendisziplin holt Walter Strass den Europa- und sogar den Weltmeistertitel nach Kronberg. Weitere sportliche Erfolge in diesen Disziplinen werden zusammen mit Cornelia Münch errungen.

Der Pistolenstand wird 1997 bereits für zu erwartende, höhere Umweltauflagen hergerichtet. Die Vorbereitungen für das große Jubiläum sind in vollem Gange. Am 18. Mai 1998 Teilnahme mit der Vereinsfahne an den 150jährigen Jubiläumsfeierlichkeiten der ersten deutschen Nationalversammlung an der Frankfurter Paulskirche.

Erneute Ehrung durch den Bundespräsidenten mit der nun zweiten deutschen Sportplakette, welche in der Münchener Staatskanzlei überreicht wird. Vor allem werden die Verdienste um die Förderung des Sports mit der Jugend und den Behinderten herausgestellt. Presse und Fernsehen berichten ausführlich darüber.

Vom 10.bis 20.09.1998 Jubiläumsfeier zum 600jährigen Bestehen mit großem Preisschießen ( 1. Preis ein Motorroller), historischer Ausstellung und Festabend mit befreundeten Vereinen.

Wiederum wird das Vereinshaus von 2001 bis 2003 der Zeit angepasst. Dringend erforderlich sind die Sanitärräume komplett und modern saniert. Zusammen mit neuen Sozialräumen, Fußböden und Heizungsanlage präsentiert sich die Gesellschaft offen und hell der Bevölkerung. Mit hohen Eigenleistungen der Mitglieder sowie finanzkräftiger Unterstützung durch Stadt, Land und Verbänden wird eine attraktive Versammlungsstätte geschaffen.