Pistolenschießen

Ähnlich wie beim Gewehr kann auch das sportliche Schießen mit Pistolen und Revolvern in vielfältigen Disziplinen ausgeübt werden.

 

Das Sportprogramm umfasst dabei Wettbewerbe mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Der Fokus liegt entweder auf dem präzisen Einzelschuss, wie etwa bei der Luftpistole oder der Freien Pistole, auf schnellen Schussserien, beispielsweise bei der Schnellfeuerpistole, oder auf einer Kombination beider Anforderungen.

 

Die Waffe wird dabei in der Regel einhändig mit ausgestrecktem Arm gehalten. Gezielt wird über Kimme und Korn. Um den Schuss im richtigen Moment sauber auszulösen, sind ein hohes Maß an Konzentration, eine spezifische Kraftausdauer sowie eine gute Koordination erforderlich.


Luftpistole

Die Luftpistole ist der Einstieg in das Pistolenschießen, gehört aber zugleich zu den anspruchsvolleren Disziplinen. Durch die vergleichsweise langsamen Geschosse und das kleine Ziel – der Zehnerring hat einen Durchmesser von nur 11,5 mm – verlangt diese Disziplin große Ruhe und Präzision.

 

Geschossen wird stehend freihändig auf 10 Meter Entfernung mit handelsüblichen Diabolo-Geschossen im Kaliber 4,5 mm.

 

Wettkämpfe mit der Luftpistole bestehen in der Regel aus 40 Schuss. Im Jugendbereich werden Wettkämpfe mit 20 Schuss ausgetragen, auf der Deutschen Meisterschaft hingegen mit 60 Schuss.



Kleinkaliber Sportpistole

Bei der Sportpistole wird mit einer Kleinkaliber-Pistole auf 25 Meter Entfernung geschossen. Die Waffe wird dabei mit einer Hand gehalten.

Die Disziplin gliedert sich in zwei Teilprogramme: Präzision und Duell.

Pro Teilprogramm werden in der Regel drei Serien à fünf Schuss geschossen. In höheren Wettbewerben (ab Landesliga oder Landesmeisterschaft) sind auch sechs Serien üblich.

  • Präzision: Jede Serie darf innerhalb von 5 Minuten im eigenen Tempo geschossen werden.

  • Duell: Hier gibt das Zieltempo den Schussrhythmus vor. Zu Beginn steht der Schütze mit dem Schussarm in einem 45°-Winkel geneigt. Die Scheibe dreht sich 7 Sekunden weg, dann 3 Sekunden zum Schützen, in denen gezielt und geschossen werden muss. Danach dreht sich die Scheibe wieder weg und der Arm wird abgesenkt. Dieser Ablauf wiederholt sich fünfmal pro Serie.

Die Endwertung ergibt sich aus der Summe der Punkte aus beiden Teilprogrammen.



Großkaliber Kurzwaffe

Beim Schießen mit Großkaliber fällt der deutlich stärkere Rückstoß auf. Deshalb darf die Waffe hierbei mit beiden Händen gehalten werden, um Kontrolle und Sicherheit zu gewährleisten.

 

Die Wettkämpfe mit Kurzwaffen in Großkaliber bestehen aus folgenden Disziplinen:

  • Pistole 9 mm
  • Revolver .357 Magnum
  • Revolver .44 Magnum
  • Pistole .45 ACP

Jede Disziplin gliedert sich in zwei Teilprogramme mit jeweils vier Serien à fünf Schuss. Für jede Serie stehen im ersten Teil 150 Sekunden und im zweiten Teil 20 Sekunden zur Verfügung, um alle fünf Schuss abzugeben.



Freie Pistole

Die Freie Pistole, auch als „Scheibenpistole“ bekannt, gilt als die Königin des Pistolenschießens. Geschossen wird auf eine Entfernung von 50 Metern. Diese Disziplin erfordert ein außergewöhnlich hohes Maß an Ruhe, Konzentration und Ausdauer.

 

Wettkämpfe werden entweder in drei Serien à zehn Schuss oder in sechs Serien ausgetragen.



Schnellfeuerpistole

Bei dieser Disziplin wird auf fünf nebeneinander angeordnete Scheiben in einer Entfernung von 25 Metern geschossen. Eine Serie besteht aus fünf Schuss. Dabei muss pro Serie jede Scheibe genau einmal beschossen werden.

 

Der Wettkampf gliedert sich in drei Teilprogramme mit jeweils vier Serien. Für jede Serie steht im ersten Teil eine Zeit von 6 Sekunden zur Verfügung, im zweiten Teil 4 Sekunden und im dritten Teil 3 Sekunden.

 

Die Schnellfeuerpistole stellt besonders hohe Anforderungen an Reaktionsvermögen, Konzentration und saubere Schusstechnik unter Zeitdruck.

 



Auflageschießen

Mit zunehmendem Alter lassen Kraft und Halteruhe naturgemäß nach. Aus diesem Grund können einige Disziplinen ab dem 51. Lebensjahr alternativ auch aufgelegt geschossen werden, wobei eine getrennte Wertung erfolgt.

Der Schwerpunkt der Schusstechnik verlagert sich dabei stärker auf sauberes Zielen und kontrolliertes Abziehen, sodass Präzision und Erfahrung weiterhin entscheidend bleiben.